1461 Tage Social Software Development

Vor einem Jahr war es soweit. Das dritte Jahr, sprich 1096 Tage Social Software Development bei den Socialisten waren vorbei. Und man glaubt es kaum: Jetzt ist schon wieder was passiert - nämlich wieder ein Jahr vergangen! Zeit, auch dieses Revue passieren zu lassen. Ein Zwischenbericht.

Die externen Umstände

Als ich vor 4 Jahren in die Social Media Branche kam, war alles ganz anders. Facebook Kampagnen waren hip, Smartphones zwar vorhanden, mobile Web-Nutzung allerdings in den Kinderschuhen. Seit dem hat sich vieles verändert. Marketing Kampagnen wie vor 1-2 Jahren sind heutzutage kein Thema mehr - Storytelling und Nachhaltigkeit haben kurzfristige "Kampagnenschleudern" abgelöst. Und somit hat sich auch der berufliche Ablauf komplett gedreht. Die Socialisten entwickeln sich immer mehr zu einer "Produktbude" und das ist gut so. Das langfristige Arbeiten an wenigen, dafür komplexeren Apps ist aus Sicht eines Entwicklers sehr zu begrüßen.

& … die internen

Meiner Blog-Struktur treu bleibend, möchte ich natürlich auch noch auf die Arbeit an sich eingehen. Denn fad und unabwechslungsreich ist mein Job definitiv nicht. Ihr fragt euch, warum? Ich erzähle es euch. Nur einige kleine Cherry picks. No big deal.

Letztes Jahr habe ich einige Worte zum thema Fortschritt geschrieben:

Würde man Swat.io mit einem Obstbaum vergleichen, so könnte man sagen: Es ist wunderschön den Baum wachsen und gedeihen zu sehen - und die ersten Früchte des Erfolgs zu kosten. Die Arbeit, sowohl handwerklich (HTML, CSS) als auch geistig (PHP-Architektur, mySQL, API-Logiken) sind oftmals langwierig, beschwerlich und vor allem dreckig! Aber es lohnt sich allemal! Denn beim näheren Hinsehen stellt man fest, dass nicht nur der Baum wächst, sondern vor allem auch man selbst: Ich kann getrost sagen: So viel wie die letzten sechs Monate habe ich noch nie lernen dürfen. Als Dev-Lead kann ich diese Kenntnisse auch oft an Kollegen weitergeben. Awesome!

Die Arbeit macht mich also glücklich. Auch wenn wir oft Probleme haben, die einen Abend oder ein Wochenende verschlingen, kurzfristig die Stimmung trüben oder dazu führen, dass ich aktuell vor jeder erhaltenen SMS (aufgrund des sehr ausgeklügelten SMS-Monitorings für Swat.io) Panik habe: It's definitely worth it.

Gleiches könnte ich heuer nicht besser formulieren. Im Vergleich zu 2013 hat sich Swat.io im letzten Jahr noch viel schneller vergrößert (User, verwaltete Kanäle, Datenbankgröße, Code-Size, Mitarbeiter/innen). Lange Abende, kurze Wochenenden, all das gehört jetzt zum "Status Quo". Die vielen Pläne, die vielen Funktionen, die grundlegenden Skalierungsherausforderungen, die vielen Code-Reviews: Sie sind rund um die Uhr präsent, egal wo man ist. Abschalten fällt schwer. Der Körper spielt mit, zeigt aber dennoch immer öfter Grenzen auf. Zahnschmerzen und Brille sind Begleiter, mit denen ich 2014 lieber nicht so "dicke" geworden wäre.

Ich begrüße Veränderung, ich freue mich über Herausforderungen. Es ist mir bewußt, dass das Umfeld, in dem ich arbeite, schnelllebig und streßig sein kann. Ich weiß, dass diese Position genau das ist, wo ich beruflich immer sein wollte. Deswegen werde ich weiterhin jeden Tag voller Motivation versuchen Erwartungen zu übertreffen. Weil es Spaß macht, weil man viel lernt und weil man Personen am anderen Ende der Internetleitung dabei helfen kann ihr Arbeitsleben zu vereinfachen.

Danke beim gesamten Team für wunderbare 4 Jahre und an Verena für viel Verständnis, Unterstützung und Ablenkung. Ich freu mich auf die nächsten 365 Tage und gemeinsamen Fortschritt!