Über Olympia

Früher war alles besser aufregender. Olympische Spiele, Fußball-EM oder Fußball-WM. Waren endlich vier Jahre vorbei, konnte man sich 2-3 Wochen vor den Fernseher werfen und mitfiebern, wie Athleten um Medaillen oder Trophäen kämpften. Unvergessen sind hierbei einige Momente, wie Roberto Baggio 1994, Zinedine Zidane 2006 oder Hermann Maier 1998.

Als Kind kam mir immer vor: Der Sport stand im Mittelpunkt solcher Großereignisse. Kaum wird man erwachsen, merkt man, dass dem nicht so ist. Nicht zuletzt seit München 1972 sind Großereignisse immer auch ein Politikum, bzw. abseits des Sports polarisierend.

Ich bin von vielem übersättigt. Das hört man recht schnell heraus, wenn man diesen Blog hier liest. Und auch beim Thema sportliche Großereignisse ist für mich Peak Aufmerksamkeit erreicht. Es nervt mich, wie sehr die großen Verbände wie FIFA- oder IOC-Verbandsmitglieder auf Gewinn und Vermarktung aus sind und auf die eigentlichen Grundsätze von Fairness, Teamplay und Völkerverbindung vergessen.

Die olympischen "Spiele" in Sotschi sind sowieso ein Thema für sich. So viel negative PR und Dokumentationen gab es im Vorfeld zu einer Olympiade wohl noch nie. Das Thema Homosexualität, fehlende Nachhaltigkeit und das geflügelte Wort "Putins Spiele" sind wohl noch jedem im Gedächtnis.

Da ich oft stur und eigen bin, habe ich mir daher im Vorfeld von Sotschi vorgenommen, dass ich mir keine Bewerbe ansehen werde - um dem Thema nicht unnötig viel Platz in meinem Leben zu geben. So quasi als Statement. Bis auf zwei kleine Ausnahmen habe ich meinen Vorsatz tatsächlich halten können.

Kaum ist Olympia vorbei, und die angeblichen 50 MRD-Kosten durch den 19 MRD-Deal von Facebook in Vergessenheit geraten, häufen sich aktuell Fotos von ehemaligen Olympia Sportstätten in meinem Newsfeed.

Jens zum Beispiel hat heute zum Beispiel Fotos der Athener Sportstätten aus dem Jahr 2004 gepostet. Ärgerlich! Und keineswegs nachhaltig. Mir ist dann noch der Foto-Bericht von den Sportstätten aus Sarajevo 1984 eingefallen.

Jetzt könnte man sagen: Das hat man nicht ahnen können. Da würde man sichs aber sehr einfach machen.

Man könnte sich nämlich auch bei der Vergabe von Großereignissen denken: Hey, wärs nicht klüger, wir nehmen nur Bewerbungen ernst, wo die Infrastruktur bereits vorhanden ist?

Obwohl ich in einer Dokumentation gehört habe, dass Nachhaltigkeit bereits ein Kriterium für die Vergabe ist, sieht man jedoch anhand vom Beispiel Sotschi sehr gut, dass dies ein Witz ist.

Liebe Verbandsheinzis und -heinzinnen: Solange ihr das nicht gebacken bekommt, das Olympia nachhaltig ist und wieder der Sport im Vordergrund steht, werde ich nicht mehr einschalten.

Man stelle sich vor, es ist Olympia und niemand schaut noch zu…