Jahresprojekt 2014: Müll vermeiden/reduzieren/trennen

Ich habe in den letzten Jahren statt loser Jahresvorsätze oftmals radikale Projekte gestartet. Das gute an Projekten? Sie sind terminiert, neuwertig, spezifiert und einzigartig (so haben wir das zumindest in der Handelsakademie gelernt). Für mich ist es daher immer sehr einfach, Projekte abzuschließen. (so hab ich das zumindest in einer Übung in der Fachhochschule als Ergebnis über mich herausbekommen).

So gab es also das Jahr,

  • in dem ich kein einziges Cola trank (2011),
  • in dem ich von Verena sehr viel (über) kochen lernte (2012),
  • in dem ich gänzlich auf Fleisch verzichtete (2013).

Das interessante an den Jahresprojekten bisher: Sie verliefen so gut, dass ich einfach gleich die "neu erlernten Tugenden" in den Regelbetrieb übernahm.

2014: Achte auf den Müll!

Gemeinsam mit Verena denke ich sehr oft über unsere Umwelt, unsere Zukunft und potentielle Missstände nach. Wir versuchen dabei oftmals Teilbereiche unseres Lebens zu hinterfragen, bzw. zu optimieren. Ende 2013 haben wir oft über das Thema Abfall und Müll im Allgemeinen gesprochen. Einige Berichte/Dokumentationen zum Thema Plastik haben dann das oft zitierte Fass zum Überlaufen gebracht. Wir wollten etwas ändern. Und so haben wir 2014 zum gemeinsamen Jahr der Müllvermeidung ausgerufen und somit habe ich erstmaligst ein Jahresprojekt, das ich mit einer weiteren Person teilen kann. Es ist also ein Gemeinschaftsjahresprojekt und wir werden gemeinsam darüber berichten.

Dabei gliedert sich das Projekt in drei unterschiedliche Unterpunkte:

Müllvermeidung

Wir achten beim Kauf von Produkten darauf, ob wir diese auch wirklich unbedingt benötigen. Je weniger wir kaufen, desto weniger Müll fällt an :)

Erste Erkenntnisse: Sicherlich das Schwierigste, aber natürlich langfristig gesehen die sinnvollste Variante sich dem Thema zu widmen: Müll weitestgehend zu vermeiden sollte eigentlich bei allen Personen auf Platz 1 stehen, die sich diesem Thema annehmen. Wir sind gespannt, was wir im Laufe des Jahres darüber berichten können.

Müllreduktion

Beim Kauf von Produkten achten wir auf die (Zweckmäßigkeit der) Verpackung und versuchen Produkte zu finden, die wenig bis gar nicht verpackt sind. Zum Beispiel ist der Gang zum Markt ideal, um Gemüse wie Karotten, Brokkoli oder Erdäpfel ganz ohne Plastikverpackung zu erhalten. Zusätzlich kann man am Markt ganz genau sagen, wie viel man möchte. ("1 Zwiebel", "10 Erdäpfel", …). Somit entfällt die Sorge um zu viel gekauftes Gemüse und man spart zusätzlich Geld. Und wer schon mal beim Markt ums Eck eingekauft hat weiß: Das Gemüse schmeckt direkt vom Markt oftmals auch einfach besser.

Erste Erkenntnisse: Wir denken, dass man hier sehr viel erreichen kann, wenn man nur genug Zeit und Mühen aufbringt. Wir haben schon einiges an Online-Material zum Thema gefunden, das wir in nächster Zeit mit euch teilen wollen. Es funktioniert super, wie schon oben erwähnt, wenn man Waren in einem sinnvollen Ausmaß kauft ("genau so viel, wie man braucht" vs "fünf Mal hintereinander eine kleine Menge", oder "viel zu viel"). Gerade was das Thema Supermarkt angeht, stößt man allerdings schnell an seine Grenzen: Findet man nach genauem Vergleich der Produkte endlich ein Produkt, das weniger/bessere Verpackung verwendet, steht man dann gleich wieder vor der Frage: Nimmt man das Produkt mit weniger Verpackung aus Deutschland oder das regionale aus Österreich mit Plastikverpackung? Da wir sowieso seit jeher darauf achten, dass Produkte möglichst regional erzeugt werden, ist das natürlich oftmals keine leichte Entscheidung und wir schauen dann doch eher auf die Regionalität.

Mülltrennung

Die korrekte Mülltrennung ist natürlich ein "No-Brainer". Dennoch sollte man diesen Punkt nicht gänzlich unter den Tisch kehren. Denn: Hand aufs Herz! Wer trennt wirklich alles 100%ig so voneinander wie es das Mist-ABC des Magistrats vorsieht? Wir haben früher zumindest Restmüll, Papier und Glas voneinander getrennt. 2014 wollen wir noch mehr auf die korrekte Trennung achten.

Erste Erkenntnisse: Wir haben gleich mit diesem Punkt Anfang 2014 gestartet um einen "leichten" Einstieg ins Thema zu finden. Daher haben wir im Wochenrythmus angefangen immer mehr voneinander zu trennen. Wir haben in KW1 mit dem Biomüll angefangen, sind in KW2 auf die lange vergessene Ökobox getroffen, haben in KW3 mit dem Trennen von Dosen (Anlass-bezogen gabs davor keine) begonnen und haben in KW4 das erste Mal seit Jahren wieder ein Mehrweg-Joghurt-Glas im Supermarkt in den Pfandautomaten gestellt & retourniert.

Wir sind überrascht, wie einfach die Mülltrennung funktioniert und welche immensen Vorteile sie im täglichen Leben bringt: Alleine die Trennung von Restmüll und Biomüll hat bei uns eine dramatische Reduktion des Restmülls mit sich gebracht. Natürlich ist die absolute Menge an Restmüll die gleiche - durch das Separieren der Müllsäcke ist es jetzt möglich, dass wir den Restmüll erst nach ca. zwei Wochen ausleeren müssen (ohne, dass dieser vorab zu stinken beginnt) - während wir früher sicher alle 3-4 Tage den Restmüllsack entsorgten. Für Personen, die sehr oft zuhause frisch kochen: Ideal!

Natürlich muss man die Mülltrennung auch in einen gewissen städtischen Kontext bringen. Oftmals ist es einfach nicht möglich, dass man Biomüll, Plastikflaschen oder Aludosen richtig trennt. Müllinseln, in denen man diese Müllstoffe entsorgen kann, stehen leider nicht an jeder Ecke. Wir haben hier jedoch Glück und können alle genannten Müllstoffe direkt in 40 Meter von der Wohnungstür entsorgen. Danke, Stadt Wien/MA48!

Wie es weitergeht

In den nächsten Wochen berichten wir noch detailierter über unsere ersten Erfahrungen zum Thema Mülltrennung und Reduktion.

Wir haben auch schon weitere Projekte gestartet ("Glas statt Plastik") und Ideen (statt wunderschönen Fotos vom Essen eher nüchterne Fotos vom entstandenen Müll zu machen). Wer Tipps für uns hat, seine Erfahrungen mit uns teilen, oder am laufenden bleiben möchte: Einfach Kommentare hinterlassen, Fragen stellen oder den Blog via RSS-Feed abonnieren.