Wenn Prinzenrolle und Ovomaltine Twitter machen ...

Ich gebe es offen und ehrlich zu: Ich lasse mich gerne von Marken verführen. Ich liebe durchdachte Konzepte, lustige Werbeideen oder markante Sprüche. Aber ich bin hierbei auch anspruchsvoll. Merke ich jedoch, dass eine Marke partout nicht (mit mir) will, dann ist sie schnell mal unten durch. Aber, liebe Marken: Es ist doch ganz einfach! Ihr müsst keine großen Werbebudgets aufwenden. Ihr müsst nur zuhören! Und auf Augenhöhe kommunizieren (versuchen). Warum? Ein Erfahrungsbericht in zwei Teilen. 

Tatort: Twitter. Thema: Der Kauf einer neuen Packung Prinzenrolle. Gesagt getan. Schon hatte ich so ein Dingens gekauft und war erfreut darüber, dass es diese Kindheits-Kekse nun auch als Vollkorn-Variante gibt. Reaktion: Ein positiver "Mh, lecker. Prinzenrolle mit Vollkorn ist die Empfehlung des Tages"-Tweet.

Wie dem nun mal so ist: Viele Menschen - viele Meinungen. Schwups begann eine Diskussion darüber was besser sei. Prinzenrolle oder die von Vera ins Gesprächs gebrachten Ovomaltine Crunchy Biscuits, die ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannte. "Ovomaltine?" dachte ich. Puh, einmal als Kind getrunken und danach nie wieder. Kakao schmeckt eben anders. Ich war somit anfangs zurückhaltend und bekam Schützenhilfe von Eva (auch Prinzenrollen-Fan!) und 3-4 Tweets später war das Thema (vorerst) durch.

Bis sich einige Minuten später Ovomaltine selbst zu Wort meldete: Wir sollten doch den Ovomaltine Crunchy Biscuits einfach eine Chance geben. Das kam natürlich überraschend und ich musste schmunzeln. Ein gelungener Erstkontakt also. Frech habe ich darauf gekontert, ob uns Ovomaltine nicht einfach Probe-Packungen zur Verfügung stellen möchte. Zwecks Blogger, zwecks Testbericht, zwecks "Wir haben doch alle etwas davon".  Und tatsächlich: Obwohl es Freitag Nachmittag war, erhielt ich innerhalb von wenigen Minuten und 2-3 weiteren Tweets die Zusage, dass wir alle die Biscuits testen dürften.

Einige Tage später erreichte mich ein kleines Paket mit einer Packung Ovomaltine Crunchy Biscuits und die Freude im Büro war groß. Mein Fazit war dennoch ein eher neutrales: Lecker ja, aber geschmacklich ist die Prinzenrolle dann doch irgendwie die bessere. (Sorry!)

Gut. Und dann? Natürlich hatte ich mich nicht nur Ovomaltine um eine Probe-Packung gefragt. Ich hatte auch die Prinzenrollen-Firma angeschrieben. Ein unglaublich schwerer Name: Griesson-deBeukelaer. Und deren Antwort? Nichts. Deren Twitter-Account wird lediglich für automatisierte Presseaussendungen und Spiegelung von Facebook-Nachrichten verwendet. So ziemlich das letzte also, was ich auf Twitter überhaupt abonnieren würde. Da sollte man wohl lieber (mMn) gar keinen Twitter-Account pflegen.

Gut. Und dann? Ein kleines Marken-Intermezzo mit Toni's Freilandeier hatte mich in meiner Herangehensweise zwischenzeitlich bestärkt: Markenkommunikation kann wirklich positiv und nachhaltig sein. Also wollte ich im Falle von Ovomaltine dran bleiben und schauen, wie die Marke langfristig beworben wird. Ich verfolge nun seit sechs Monaten die Kommunikation auf Twitter. Ovomaltine hat sich seit dem in meinen/m Kopf eingebrannt. Ich habe auf viele Links(, die natürlich teilweise auch Pressetexte beinhalten, allerdings deutlich eleganter versteckt als wie bei Griesson-deBeukelaer) geklickt und dabei so einiges über die Marke, Ambassadoren und die Schweiz gelernt.

Gut. Und wen interessierts? Vielleicht die Chefitäten von Ovo und GdB. Denn:

Ich habe Ovomaltine eine Chance gegeben und tatsächlich: Obwohl ich den Kakao immer noch nicht probiere, habe ich seitdem mind drei Packungen Crisp Müsli gekauft. Unheimlich lecker das Zeug. Empfehlung! Der Return on Investment für die Twitter-Konversation im Februar sollte also für Ovomaltine bald erreicht sein. Und die Prinzenrolle? Habe ich nie wieder im Supermarkt-Regal beachtet - auch wenns gut schmeckt. Dafür schmeckt mir GdB, bzw. dessen Kommunikation, einfach nicht.

Gut. Und die Zusammenfassung?

Für mich ist Ovomaltine ein positives Beispiel für gelungene Markenkommunikation im Social Web. Und das hat, wie bei Toni's, den gleichen und sehr simplen Grund: Der menschliche Aspekt. Es steht eine Person hinter der Marke, die sich um Personen (zukünftige Kunden) kümmert. In diesem Fall ist es  Sandra S, die wirklich klug an die Sache ran geht. Well done, Sandra! Weiter so. Ich hoffe, deine Chefs wissen deine Arbeit zu schätzen. Wenn nicht: Zeig ihnen diesen Blogpost! ;)

Gut. Und die Outtakes?

Viel Text, wenig Bilder. Deswegen am Schluß noch ein kleines Outtake von Patrick, der es sich nicht nehmen lies, sein Crunchy Biscuit direkt in Milch einzutunken (und abzubeißen, während die Kamera kurz wegsah):