car2go im Selbsttest - Teil 3: Die Langzeitstudie

Knapp sechs Monate ist es nun her, als ich mich bei car2go Wien angemeldet habe, einige Gedanken zum Thema Anmeldeprozess niedergeschrieben, und dann einen ersten Bericht zur ersten Fahrt verfasst habe. Damals war ich vom Konzept angetan. Einige Fahrten später, ziehe ich mein nächstes Fazit.

Eins sticht besonders im Langzeittest hervor: Bequem ist es, das car2go. Nicht nur das Auto selbst, sondern vor allem das Prinzip, das dahintersteckt. Einfach ein Auto drahtlos öffnen,  kurz damit von A nach B fahren: Genauso stelle ich mir persönlich urbane Mobilität vor. Ohne viel wenn und aber.

Etwas genauer sollte mein Rückblick dann doch noch ausfallen, daher eine kurze Pro-/Contra-Liste:

Vorteile

  • Schnell mal zum IKEA einkaufen; schnell mal am Abend nach dem Konzert nach Hause - JA! Alles das funktioniert perfekt. Und macht mit eingebautem Navi und Radio sehr viel Spaß!
  • Das Geschäftsgebiet, in dem Autos ausgeborgt/zurückgegeben werden können, ist für meine Verhältnisse groß genug. Ich habe bisher noch keine Probleme damit gehabt.
Nachteile
  • Des einen Leid, des anderen Freud. Gewöhnt man sich an die Bequemlichkeit, fährt man rasch öfters damit. Und so kommt es vor, dass man in einer Woche drei bis vier mal damit gefahren ist, bis man sich wieder selbst in der Nutzung "bremsen" muss.
  • Das vor sechs Monaten einmal aufgrund der obskuren Passwortrichtlinien (siehe Kommentar hier) eingegebene Kennwort ist komplett vergessen und somit ist eine Vorab-Reservierung der Fahrzeuge nicht (mehr) möglich. Ich bin einfach zu faul mir ein neues Passwort zu suchen. Deswegen ist der Kick, ein Auto in der App zu finden, hinzugehen, und dort auch noch zu finden, dementsprechend hoch. Es ist mir tatsächlich schon passiert, dass Fahrzeuge zwischenzeitlich nicht mehr am Ort bzw. reserviert waren. Mobile Applikationen sind somit zwar hilfreich, die mMn zu restriktiven Passwortrichtlinien vermiesen das mobile Erlebnis dann doch wieder. Schade.
  • Obskure Einzelfälle führen dazu, dass man für einen Hin- und Zurück-Trip nach Bregenz lediglich 33 EUR zahlen muss, für zwei gesonderte Fahrten pro Tag in Wien jedoch anscheinend mehr. Mehr Balance, bitte!
Ausblick

Der vor kurzem eingeführte ecoScore macht Sinn und vor allem: Spaß. Seitdem dieser am Display aufleuchtet, achte ich noch konsequenter auf meinen Fahrstil und freue mich, wenn der Score steigt - auch wenn das in Wien nicht immer ganz einfach ist (mein bisheriger Höchstwert: 95). Ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass der ecoScore (in)direkten Einfluss auf den Mietpreis hat. Sei es durch Minuten, die einem am Ende einer Abrechnungsperiode, oder direkt für eine Fahrt gutgeschrieben werden. Bitte, liebes car2go-Team!

Auf die nächsten sechs Monate!