car2go im Selbsttest - Teil 2: Die erste Fahrt

Wenige Tage ist es nun her, dass ich mir im car2go Shop meine Member-Card geholt habe. Die erste Fahrt mit den hübschen Smarts blieb also nicht lange aus. Nach dem eher negativen Erfahrungsbericht zum Thema "Anmeldeprozess", hier mein Erfahrungsbericht zum Thema: "Die erste Fahrt".

Ich muss sagen, dass ich vor dem ersten Fahrtantritt sehr gespannt war. Nachdem ich mutigst den mir angebotenen Einführungskurs durch die car2go Mitarbeiter erspart habe und fragende Blicke von anderen Kunden erhalten habe, wollte ich's endlich wissen. Ja, bedient sich das Teil denn genauso wie das Carsharing von Denzel? Kurz zusammengefasst: Tut es. Nur besser.

Auf der Webseite ein Auto in der Nähe gesucht, in 500 Meter Entfernung gefunden, und los ging das Abenteuer. Nach Bestätigung der Reservierung über Webseite oder mobiler Applikation hat man gemütliche 30 Minuten Zeit, um das Auto zu erreichen. Und kaum hält man seine Member-Card an den Kartenleser, schon öffnet sich das Fahrzeug. Ganz genauso wie vom bisherigen CarSharing gewohnt.

Etwas enttäuscht war ich vom "guten" Zustand des Autos. Es war sowohl außen (Schlechtwetter, somit verzeihbar), als auch innen mit weißer, meiner Meinung nach,  Zigaretten-Asche leicht verschmutzt. Nachdem das Bewertungsverfahren jedoch "binär", also entweder gut oder schlecht funktioniert, musste ich wohl auch gut anhaken. Schlecht bedeutete nämlich: Beschädigung. Hier wäre eine etwas feinere Bewertungsmöglichkeit wünschenswert.

[caption id="attachment_250" align="aligncenter" width="640" caption="Die Bewertung des Fahrzeugzustands erfolgt vor Fahrtbeginn."][/caption]

Nach der Bewertung lief alles prima. Das große Touchdisplay erklärte mir jeden Schritt, den ich zu tätigen hatte. Und schwups lief das Auto, im eingebauten Navi war mein Ziel ausgewählt und schon konnte die Fahrt losgehen.

Wenige Minuten später war ich am ersten Zwischenstopp angekommen. Zündschlüssel auf Position 0 gestellt und wieder zeigte mir das sehr übersichtliche Menü an, was ich für Optionen hätte (Miete beenden, Tanken, Zwischenstopp einlegen).

Großartig. Kurz etwas aus der Wohnung geholt. Weitergefahren. Wieder Zwischenstopp eingelegt und letztlich das Auto wieder vor meiner Wohnung geparkt. Und jetzt?

Miete beendet und fertig war das Vergnügen. Keine drei Stunden später war das von mir geparkte Fahrzeug bereits wieder unterwegs. Dies sagt wohl auch einiges über die Nutzungszahlen des Services aus.

Sehr positiv sind mir folgende Dinge aufgefallen:

  • Das System funktioniert perfekt. Von Fahrzeug finden, bis Miete beenden. Ich hatte in keiner Phase der Fahrt das Gefühl, dass mir etwas vom Miet-Prozess nicht klar erscheint. Perfekt!
  • Man kann das Auto so lange verwenden, wie man möchte. Kein Stress, dass man bis zu einer bestimmten Uhrzeit wieder an einem gewissen Ort sein muss, weil die Mietzeit abläuft. Perfekt!
  • Man muss das Auto nicht einmal selbst tanken. Dies wird von car2go-Mitarbeitern übernommen. Findet man ein Auto dennoch mit (zu) wenig Benzin vor, erhält man 20 Minuten Gutschrift für das selbstständige Tanken.
  • Das eingebaute Navigationssystem ist in der Eingabe des Orts zwar etwas langsam, im Finden der Route jedoch sehr schnell. Es funktioniert sehr gut - eine Audiounterstützung, die zur Fahrsicherheit beitragen würde, sucht man jedoch vergebens.
  • Das Auto verfügt über eine Vignette (wovon auf der Webseite/in den FAQ) nichts zu lesen ist.
Aufgefallen sind mir folgende Dinge:
  • Die verwendete (Halb-)Automatik im Smart ist sehr angenehm zu verwenden - die Schaltvorgänge jedoch sehr langatmig und deutlich spürbar. Ich habe daher lieber manuell geschalten. Schalten ohne Kupplung ist zwar anfänglich ungewohnt, aber sehr komfortabel - vor allem auch, weil das Fahrzeug dennoch selbstständig zurückschaltet.
  • Das Radio ist sehr übersichtlich gestaltet, gut in das Touchdisplay integriert und kinderleicht zu bedienen. Bei einer meiner drei kurzen Fahrten hat es jedoch nicht funktioniert - egal welche Kombinationen ich gedrückt habe.
Negativ aufgefallen sind mir folgende Dinge:
  • Da das Auto überall im Geschäftsgebiet stehen gelassen werden kann, ist mir die Verwendung der im Auto integrierten Parkuhr nicht wirklich ersichtlich. Da die im Auto vorhandene Parkuhr an der Fensterscheibe klebt und nicht ohne gröbere Betätigung aus der Befestigung genommen werden kann, habe ich auf das eigentlich notwendige Stellen der Parkuhr einfach verzichtet. Das ist wohl der einzige Punkt am ganzen Prozess, den ich mir sehr wohl von einem Mitarbeiter hätte erklären lassen sollen.

[caption id="attachment_253" align="aligncenter" width="640" caption="Die nicht verwendbare Parkuhr"][/caption]

Fazit:

Gerne wieder! car2go funktioniert so, wie ich es mir immer erhofft habe. Von der schwierigen Anmeldung einmal abgesehen, ist car2go genau die Art von CarSharing, an der ich nun jeden anderen Bewerber messen werde. Danke, Daimler!

[caption id="attachment_252" align="aligncenter" width="640" caption="Bis zum nächsten Mal."][/caption]

Nun bin ich gespannt, wie sich car2go im Langzeittest, sprich im Alltag bewährt. Wie oft werde ich auf den Dienst zurückgreifen? Sobald ich darüber etwas sagen kann, werde ich diesen Selbsttest weiter dokumentieren.

Fun Facts / Side Notes:

  • Ich war keine drei Minuten mit dem Auto unterwegs, schon war ein zweites car2go direkt hinter mir im Rückspiegel zu sehen.
  • Ich wurde gleich beim zweiten temporären Stop von einer Person auf car2go angesprochen. Wie es denn funktionieren würde, was es kostet, wo man es mieten könne. Ich konnte alles freudig beantworten - nur die Sache mit dem Preis wusste ich einfach nicht auswendig. Ich weiß, dass die Kosten relativ überschaubar und sehr ähnlich zu anderen Anbietern sind. Der genaue Preis ist für mich persönlich daher sekundär - die Vorteile des Dienstes überwiegen den Kostenfaktor bei weitem.