7 legendäre Tage am Balaton: Socialisten Summercamp 2012

Nun ist es also zu Ende. Das #camp404 liegt leider hinter uns. Leider, weil es unglaublich viel Spaß gemacht und eine gelungene Abwechslung zum täglichen Arbeitsalltag dargestellt hat. Grund genug also, um noch mal kurz darüber zu bloggen und die sieben Tage für die Nachwelt zusammenzufassen.

#camp404?

Aus dem Alltag ausbrechen und neue Dinge entwickeln. Das ist das Ziel der "alljährlichen" Socialisten-Summercamps. Während andere Firmen ihre Mitarbeiter auf öde Schulungen schicken, entschied Michi (unser CEO), dass die gesamte Belegschaft (+ Freunde d. Firma)  gemeinsam auf Forschungsreise gehen sollte. Eine ganze Firma für eine ganze Woche auf Bildungsreise zu schicken ist natürlich kein leichtes und billiges Unterfangen. Die sieben Tage haben jedoch gezeigt, dass alle Beteiligten immens vom Wissens-/Erfahrungsaustausch profitieren können. Das diesjährige camp404 getaufte Camp fand in Ungarn am Balaton statt. 404 deswegen, weil die gebuchte Villa auf der Buchungsplattform die nerdige Nummer 404 hat.

Die Location

Alle waren gespannt und nervös. Die Fotos im Internet hatten einiges versprochen. Und tatsächlich: Nach der vierstündigen Autofahrt wurden unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern auch teilweise übertroffen. Ein wunderbarer Pool, ein riesengroßes Wohnzimmer, tolle (teilweise etwas einschlägige Genre-)Schlafzimmer: Die Location war perfekt gewählt. Die abgeschiedene Lage, die Sonne, die nicht vorhandenen Gelsen - alles war perfekt. Einige Fotos findet man übrigens auf unserer Fanpage hier und da sowie im Blog-Post von Fabian.

Die Projekte

Vorab wurden bereits Projektideen besprochen und -teams gegründet. Die Hauptprojekte waren also bereits geklärt, bevor wir ins Auto stiegen. Sobald es jedoch los ging, sprudelten weitere Ideen nur so aus uns heraus. Alleine bei der Anreise wurden zwei neue Ideen für Side-Projects gefunden, wovon ein Projekt tatsächlich umgesetzt wurde (s.u.).

Geplant waren also ein Massive Multiplayer Online Tetris, ein Facebook- und Twitter-Livechat, sowie ein Location-Service zum leichteren Verabreden mit Freunden.

Montag, Mittwoch und Freitag gab es Präsentationen zu diesen Projekten. Ich war überrascht, wie schnell jedes der einzelnen Projektteams immense Fortschritte verbuchen konnte. So konnte mittwochs bereits jedes Team die ersten prototypischen Implementierungen vorzeigen. Als CTO war ich stolz auf jeden Einzelnen im Team. Der Spirit die ganze Woche über war einfach super. Meine Vorab-Aussage, dass wir vermutlich nach einigen Tagen rund um die Uhr jemand haben werden, der programmiert, bewahrheitete sich tatsächlich bereits am zweiten Tag. Während Team-Tetris noch um halb 6 in der Früh an der Code-Basis arbeitete, wurde bereits bei Team Twitter-Chat erneut zum Arbeiten angefangen. Pure awesomness!

Der Mix

Dass nicht nur das Socialisten-Team bestehend aus Michael, Patrick, Martin, Martin, Fabian und mir, sondern auch Freunde (Andi, Tosh, SiFu und Mo) eingeladen wurden, machte die Woche noch interessanter. Neue Aspekte wurden eingebracht und ein immenser Erfahrungsaustausch konnte dadurch angetriggert werden. Für mich das absolute Highlight: Der GIT Vortrag von Tosh, der mir wieder mal Augen öffnete. Und das Schöne daran: Nur durch einen Zufall (einer Dummheit von mir), wurde der Vortrag überhaupt initiert. Rund um die Uhr: Agiler Tagesablauf, #ftw.

Der Nerdfaktor

Wenn 10 Geeks zusammenkommen, dann ist der Nerd-Faktor natürlich dementsprechend. So wurden Hin- und Rückreise als Timelapse-Video mit einer Go-Pro-Kamera gefilmt, eine AR-Drone geflogen, Handy "geplattelt", Unterwasser Teatime Fotos geschossen, mit 8-Bit Schwertern gekämpft, NBA/Autorenn-Abende auf der X-Box veranstaltet und während der Rückreise über drei Autos hinweg in einem Ad-Hoc WLAN das selbst programmierte Tetris gespielt.

Meine Projekte

Ich bin in die Woche als Teil des Twitter-Livechat-Teams gestartet. Leider war der erste Tag geprägt von Support-Anfragen (jeder Mitarbeiter war einen Tag für alle Support-Anfragen verantwortlich und mich erwischte es am gefühlt intensivsten Tag). Somit konnte ich nicht viele Ideen bzw. Code zum Projekt beisteuern. Schnell entwickelten sich aber in zahlreichen Gesprächen am Pool oder beim X-Box spielen neue Ideen für kleine Projekte, die sofort in die Tat umgesetzt wurden. Während alle mit node.js und sockets.io als Basis herumspielten, entdeckte ich die vielen Möglichkeiten via Google Apps Scripts (das quasi auch eine Art serverseitiges JavaScript darstellt).

So wurde gemeinsam mit Fabian und Patrick mitten in der Nacht innerhalb von knapp 4h eine Anbindung unseres Firmen-Mailservers an den Open Graph von Facebook implementiert. Das Projekt mit dem Codenamen OMGmail war zwar lediglich ein Proof of Concept, allerdings bin ich gespannt, wie es die nächsten Tage anläuft, wenn wieder vermehrt Mails geschrieben werden. Einzelheiten zu diesem Projekt gibt es hier im offiziellen Blog-Post dazu.

Ein Tag später, am nächsten Abend, wurde ein Twitterbot ins Leben gerufen, der in meinem Namen auf gute Ideen mit "Nein" oder "Geht so" antwortet. Diese Idee beruht auf der, in der Firma, allseits bekannten Tatsache, dass ich zu sehr vielen Projekten, die aus OFFENSICHTLICHEN Gründen keine guten Ideen sind, mit einem gelangweilten "Nein" antworte. Der Bot war lediglich 30 Zeilen lang und zu unserer Enttäuschung genau nur zehn Minuten online. Zu offensichtlich war unsere Herangehensweise und so wurde der speziell dafür angelegte @askjollife Account sehr schnell von Twitter suspended.

Das dritte Side-Project wurde aus der Notwendigkeit heraus geboren, dass nicht alle Firmen einen ähnlich verständnisvollen CEO wie die Socialisten haben. Twitter am Arbeitsplatz ist nicht überall gern gesehen. Deswegen haben wir in Anlehnung an "Facebook for Excel" kurzerhand einen Twitter-Client in Google Spreadsheets geschrieben. Das "Tweetsheets" genannte Projekt war ebenfalls in 4h fertig und beinhaltete alle notwendigen Basis-Funktionen (tweet, reply, fave, retweet sowie das minütliche Aktualisieren der Timeline). Hier der ausführliche Blog-Beitrag dazu.

Das Fazit

Wie viele komplett unterschiedliche und großartige Projekte in nur 7 Tagen umgesetzt werden können, ist einfach großartig. Der Spaß kam nicht zu kurz, das Team wuchs weiter zusammen. Aus Firmensicht war das #camp404 daher ein voller Erfolg und Indiz dafür, dass wir am richtigen Weg sind. Can't wait for Summercamp 2013!