Nur so als Info: Wochenende-Blogging.

Ich spiele schon seit einigen Wochen mit einem zentralen Gedanken: Ich möchte gezielt am Wochenende bloggen. Wieso, warum und weshalb? Weiter im Text!

Die Woche ist verdammt schnell. Schnell vorbei, schnell-lebig, man ist schnell im Streß. Ehe man es sich versieht ist schon wieder Freitag Abend. Zeit, diesem rasanten Tempo Tribut zu zollen und am Wochenende einen Gang zurück zuschalten. Explizit „langsamer“ leben und sich gezielt aus vielen Dingen ausklinken (Ich habe mich zB entschlossen am Wochenende nur noch in den äußersten Notfällen zu arbeiten. Der Unterschied zwischen Arbeitswoche und Wochenende ist sonst noch geringer und alles fühlt sich nur noch an wie eine Fahrt auf der Autobahn, ohne Pausen.).

Das Wochenende soll zur Entspannung dienen, dh für mich: Lang schlafen, keine unangenehmen Termine annehmen, aber sehr wohl angenehme Dinge tun, die man während der Woche nicht schafft. Da ich ein großer Verfechter des (lebenslangen) Lernen bin, heißt das für mich auch, mich weiterzubilden. Ich sehe als Entspannung ein gutes Buch zu lesen, oder längere Blog-Artikel zu neuen Trends zu durchforsten. Und das geht viel besser, wenn man mehr Zeit hat.

Ich gebs zu: Ich bin ein Heute-Leser. Nicht weil es ich es als pädagogisch besonders wertvoll erachte, sondern weil es gratis ist. Gut: So manche Dinge werden einfach falsch dargestellt, aber Mitdenken ist sowieso immer Pflicht - bzw. Gegenchecken. Und die meisten Nachrichten kommen mir in der Regel mindestens doppelt, wenn nicht sogar dreifach unter. Einen hohen Anspruch stelle ich daher nicht an eine gratis Tageszeitung. Nur eines muss sie mir bieten: schnellen Zeitvertreib während dem U-Bahn fahren (Es ist übrigens ein ganz anderes Thema, dass Gratis-Zeitungen für so manchen Wiener die einzige Informationsquelle darstellen und das Fehlen des pädagogisch wertvollem dadurch schon ein gewisses Problem darstellt - dazu aber vielleicht an einem anderen Wochenende mehr).

Heute war ich jedenfalls bei einem Freund zu Mittag eingeladen. Er hat die „Presse am Sonntag“ abonniert. Während ich mich am schnellen, zügellosen Freitag (voller Stress) noch erfolgreich gegen das Lesen eines längeren (Online-)Artikels der Zeit gedrückt habe (bin ich doch die kurzen Artikel aus der Heute schon gewohnt), war es heute eine Freude längere, sehr interessante Artikel intensiv zu lesen. Welch aufregendes Gefühl, wenn man sich wirklich gezielt Zeit nimmt um journalistisch wertvolle Kolumnen und brisante Hintergrundreportagen zu lesen. Das ist genau das, was meinen Wochenenden in letzter Zeit gefehlt hat.

Das und: Bloggen. Gezielt Zeit in Gedanken (gelesene und geschriebene) zu stecken, zu reflektieren und elitäres Geschwafel von sich zu geben, das eh niemand versteht. Nicht um des Geschwafels wegen, sondern wegen des Durchatmens und Abschaltens.