Holidays aren't coming this year. Tradition war gestern.

Weihnachten ist ein Fest der Tradition. Teil dieser vielen Traditionen, die rund um das Fest der Liebe entstanden sind, ist der Weihnachtsmann. Zumeist im roten Kostüm anzutreffen. Angeblich ist ja auch Coca Cola nicht ganz unschuldig an der Verbreitung des Weihnachtsmanns. Das kann ich auch nur allzu gut verstehen. Denn: Sobald das erste mal die Coke-Weihnachtstruck Werbung mit dem sympathischen alten Mann mit Bart und roten Mantel im Fernsehen erscheint, komme ich so richtig in Weihnachtsstimmung.

Gut - „so richtig“. Das ist jetzt vielleicht übertrieben. „So richtig“ bin ich eigentlich nie in Weihnachtsstimmung. Ich glaub ja fast, das kann man wirklich nur als Kind, oder als Elternteil eines jungen Kinds sein. Oder wenn man frisch verliebt ist. Jedenfalls: Weihnachten ist bei mir eng mit Coca Cola verbunden. Ich liebe nämlich die Werbespots, in denen Kinder strahlende Augen bekommen, wenn der Coca Cola Weihnachtstruck durch ihre Stadt fährt. „Holidays are coming“ eben. Plötzlich hat man mehr als nur einen „wonderful dream“ und genießt die Weihnachtszeit.

Für mich ist folgender Werbespot der Inbegriff von „Friede Freude ... Lebkuchen - es ist Weihnachten“:

Leider musste ich bereits letztes Jahr feststellen, dass sich die Marketing-Abteilung von Coca Cola entschieden hat, den Song (Wonderful Dream) zu ersetzen, bzw. zu adaptieren. Tamee Harrison hat Melanie Thornton als Sängerin ersetzt und den Song neu interpretiert. Damals hatte ich schon das Gefühl, dass hier eine Dynamik entsteht, die ich als Coke-Weihnachtswerbung-Anhänger nicht gut heißen kann. Natürlich, Tamee hat sich bemüht, aber an das Original kam sie eben lang nicht heran. Zumindest der Handlungsstrang des Videos war damals jedoch noch sehr ähnlich.

2010 ist aber an Enttäuschung (hoffentlich) nicht mehr zu überbieten. Neues Lied, neue Band, neue Werbung. Keine Tradition, keine Weihnachtsgefühle, kein „gar nichts“.

Lieber Leser, liebe Leserin. Ich bin nicht strikt gegen Neues. Bei Traditionen bin ich aber altmodisch. Hier möchte ich keine Veränderung. Hier möchte ich Wiedererkennung. Hier möchte ich Altbewährtes. Melanie Thornton ist Melanie Thornton ist nicht Tamee Harrison und ist schon gar nicht Train. Und „A Wonderful Dream“ ist auch nicht „Shake up Christmas“. Wo kämen wir denn da hin, wenn das so wäre?

Ich bin enttäuscht. Eine Weihnachtsstimmung wird es heuer wohl nicht geben. Ich glaube auch nicht, dass ein Besuch des Coke-Weihnachtstrucks am 18. Dez in Wien Abhilfe schaffen würde. Sollte dort „Shake up Christmas“ gespielt werden, würde ich wohl vor lauter Enttäuschung Eier oder Klopapierrollen auf den Weihnachts-Truck werfen.

Oh Santa, warum tust du mir das an? Oh Coca Cola, warum tut ihr mir das an? Ist es wirklich, weil ich entschlossen habe, 2010 kein Cola zu trinken?

Aber urteilt selbst und sagt mir, ob bei irgendjemand von euch bei den nachfolgenden Bildern tatsächlich Weihnachtsstimmung aufkommt:

2011 werde ich wohl auf Red Bull Cola umsteigen müssen - die haben erst gar keine Weihnachtsspots. Dafür konsequent jedes Jahr. Auch eine Tradition!